Im Dienste der Rohholzerzeugung.

Vorkommen und Gedeihen der Holzarten sind vor allem an ein günstiges Verhältnis zwischen Wärme und Feuchtigkeit gebunden. Wenn die Wärme während der Hauptvegetationszeit [Mai mit August] zu gering ist oder wo die Niederschläge nicht genügend oder nur in ungünstiger Verteilung fallen, wird der Baumwuchs unmöglich. Bei richtiger Holzartenwahl finden die Bäume und Sträucher in den meisten Waldböden die benötigten Nährstoffe in hinreichendem Maße vor. Der Boden wird im allgemeinen genügend gedüngt, wenn ihm die abfallenden Nadeln und Blätter verbleiben. Andernfalls kann die Ertragsfähigkeit des Bodens mit der Zeit völlig schwinden [z.B. nach Streunutzungen].
Die Höhenentwicklung der verschiedenen Baumarten ist ungleich. Es gilt im allgemeinen, dass die in der Jugend raschwüchsigen Lichthölzer [Birke, Lärche] in der Wuchsfreudigkeit bald nachlassen, während die in der Jugend langsamwüchsigen Schatthölzer [Tanne, Buche] später aufholen.
Das Dickenwachstum der Waldbäume hört nie völlig auf, weshalb manche Bäume enorme Stärken erreichen können [Douglasie, Linde]. Manche Bäume werden kaum 100 Jahre alt [Aspe, Birke], andere bei ungestörtem Wachstum 1000 Jahre und darüber [Eibe, Sommerlinde].
Der Holzkörper der Bäume wird von der Rinde umgeben, die aus der Außenrinde und der Innenrinde besteht. In der Jugend ist die Rinde stets glatt, bei einigen Bäumen auch noch im hohen Alter [Rotbuche, Weißerle]. Meist bildet sie sich infolge stellenweiser Korkentwicklung in die sog. Borke um, indem sie Risse bekommt und von außen her abstirbt. Die Borke kann längsrissig [Stieleiche, Spitzahorn] oder längs- und querrissig [Holzbirne] sein. Sie kann fest am Stamm haften bleiben [Eiche, Kiefer] oder sich in Platten [Platane, Bergahorn, Eibe] oder in Querstreifen [Ringborke der Birke, Vogelkirsche] ablösen.

Textquelle: "Bäume und Sträucher des Waldes"


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